Liam Everts feierte auf dem kultigen Kurs in Loket seinen ersten MX2-Laufsieg in der FIM-Motocross-Weltmeisterschaftssaison 2026, während Kay de Wolf nach seiner Verletzungspause seine Rückkehr in die MXGP-Klasse gab.
Eine der traditionsreichsten Rennstrecken im MXGP-Kalender bot ein weiteres anspruchsvolles Rennwochenende, als die Weltmeisterschaft in Loket gastierte. Oberhalb der gleichnamigen mittelalterlichen tschechischen Stadt gelegen, forderte der bekannte Hartbodenkurs die Fahrer mit seiner glatten Oberfläche, steilen Höhenunterschieden und einem unerbittlichen, technischen Layout heraus.
Nach einem eindrucksvollen Samstag, an dem er sich als Zweiter qualifizierte, reiste Everts am Sonntag mit besten Aussichten auf einen Podestplatz an. Ein schwieriges erstes Rennen ließ den Belgier auf Platz 12 zurückfallen, doch im zweiten Lauf zeigte er eine nachdrückliche Reaktion.
Von Startplatz zwei gestartet, übernahm Everts noch vor Ablauf der ersten Runde die Führung und untermauerte sofort seine Dominanz an der Spitze. Mit viel Tempo und Übersicht baute er seinen Vorsprung auf den WM-Führenden Guillem Farres über die 18 Runden dauernde Distanz stetig aus, kontrollierte das Geschehen von Start bis Ziel und überquerte die Ziellinie schließlich mit sechs Sekunden Vorsprung.
Der Sieg hatte eine besondere Bedeutung auf einer Strecke, auf der der Name Everts seit jeher eine große Rolle spielt – teilt sich Liams Vater Stefan hier doch den Rekord für die meisten Grand-Prix-Gesamtsiege in Loket. Obwohl das Ergebnis des ersten Laufs Liam am Wochenende den fünften Gesamtrang einbrachte, gab ihm seine souveräne Vorstellung im zweiten Rennen einen enormen Selbstvertrauensschub vor seinem Heim-Grand-Prix in Lommel. In der MX2-Weltmeisterschaftswertung bleibt er mit 520 Punkten weiterhin auf Rang fünf.
Weitere positive Nachrichten gab es für Nestaan Husqvarna Factory Racing, da Kay de Wolf erstmals seit seiner Knöchelverletzung aus Montevarchi wieder an einem Grand Prix teilnahm. Nach drei verpassten Runden kehrte der Niederländer ins Renngeschehen zurück und stellte auf seiner FC 450 auf Anhieb ein vielversprechendes Tempo unter Beweis. Nachdem er im freien Training die drittschnellste Zeit gefahren war, untermauerte de Wolf dies mit einem siebten Platz im Qualifikationsrennen am Samstag und zeigte damit, dass er sich schnell wieder im Rennmodus zurechtfand.
Der erste Lauf am Sonntag unterstrich die Stärke von de Wolfs Comeback. Nachdem er sich nach einem schwierigen Start ins Rennen hineingearbeitet hatte, fand der Niederländer schnell seinen Rhythmus wieder und zeigte bei seiner MXGP-Rückkehr eine souveräne, kämpferische Leistung, die mit einem beeindruckenden sechsten Platz belohnt wurde.
Auch im zweiten Lauf zeigte de Wolf ein starkes Tempo, bevor er in einen Sturz in der ersten Kurve verwickelt wurde. Er konnte das Rennen zwar fortsetzen, doch ein beschädigter Lenker zwang ihn schließlich zur Aufgabe. Trotz des vorzeitigen Ausfalls erwies sich Loket als äußerst ermutigende Rückkehr in den Grand-Prix-Sport: De Wolf bewies Topspeed, sammelte wertvolle Rennhärte und nahm positiver Schwung für den tiefen Sand von Lommel mit.
Nach der 13. Runde der Weltmeisterschaft liegt Husqvarna auf Platz drei der Konstrukteurswertung. Beide Fahrer richten ihren Fokus nun auf den anspruchsvollen Sand von Lommel, wo die FIM-Motocross-Weltmeisterschaft 2026 am kommenden Wochenende fortgesetzt wird.
#74 – Kay de Wolf: „Es war insgesamt ein wirklich positives Wochenende und es ist toll, wieder zurück zu sein. Wir hatten am Samstag einen guten Speed und ich habe mich mit den Änderungen, die wir vorgenommen haben, auf dem Bike sehr wohlgefühlt. Im ersten Lauf hatte ich nicht den besten Start und habe ein paar kleine Fehler gemacht, aber es waren trotzdem einige gute Passagen dabei. Im zweiten Lauf bin ich am Start gestürzt und habe mir den Lenker verbogen, sodass ich das Rennen leider aufgeben musste. Es gibt dennoch viele positive Dinge, die wir mitnehmen können, und ich freue mich schon riesig auf Lommel. Wir werden weiter darauf aufbauen und hoffentlich das Podium anpeilen.“
#26 – Liam Everts: „Ich habe mich das ganze Wochenende über richtig gut gefühlt. Es ist eine meiner Lieblingsstrecken, weil mich der Boden ein bisschen an meine Hausstrecke erinnert – deshalb habe ich mich sehr gefreut, hier zu sein. Das Qualirennen war wirklich gut, aber im ersten Lauf hatte ich in der ersten Runde gleich in der ersten Kurve einen schweren Sturz. Es hat eine Weile gedauert, bis ich wieder in Fahrt kam, aber ich habe mich noch bis auf Platz 12 zurückgekämpft. Das Gefühl auf dem Motorrad war weiterhin sehr gut. Im zweiten Lauf hatte ich einen viel besseren Start – etwa auf Platz drei –, habe mich dann an die Spitze vorgearbeitet und das Rennen von da an kontrolliert. Es war ein wirklich guter Lauf und genau das, was ich für mein Selbstvertrauen gebraucht habe. Kurz vor meinem Heim-GP mit einem Lauf-Sieg abzureisen, ist ein superschönes Gefühl.“
Ergebnisse – FIM-Motocross-Weltmeisterschaft 2026, Runde 13:
MXGP – Moto One:
1. Jeffrey Herlings (Honda) 35:20.291; 2. Romain Febvre (Kawasaki) 35:38.601; 3. Tom Vialle (Honda) 35:44.205; 4. Andrea Adamo (KTM) 35:45.062; 6. Kay de Wolf (Husqvarna) 36:13.111;
MXGP – Moto Two:1. Jeffrey Herlings (Honda) 35:34.003; 2. Tom Vialle (Honda) 35:44.913; 3. Tim Gajser (Yamaha) 35:46.301; 10. Andrea Adamo (KTM) 36:46.676; DNF. Kay de Wolf (Husqvarna);
MXGP – Overall:
1. Jeffrey Herlings (Honda) 50pts; 2. Tom Vialle (Honda) 42pts; 3. Romain Febvre (Kawasaki) 38pts; 6. Andrea Adamo (KTM) 29pts; 14. Kay de Wolf (Husqvarna) 15pts;
MXGP – Standings:1. Jeffrey Herlings (Honda) 615pts; 2. Lucas Coenen (KTM) 566pts; 3. Romain Febvre (Kawasaki) 541pts;6. Andrea Adamo (KTM) 411pts; 9. Kay de Wolf (Husqvarna) 292pts;
MX2 – Moto One:
1. Guillem Farres (Triumph) 34:03.298; 2. Camden McLellan (Triumph) 34:14.003; 3. Janis Martins Reisulis (Yamaha) 34:15.815; 5. Simon Längenfelder (KTM) 34:18.853; 7. Sacha Coenen (KTM) 34:39.535; 12. Liam Everts (Husqvarna) 35:04.800;
MX2 – Moto Two:
1. Liam Everts (Husqvarna) 33:57.774; 2. Guillem Farres (Triumph) 34:03.774; 3. Karlis Alberts Reisulis (Yamaha) 34:06.006; 7. Sacha Coenen (KTM) 34:52.577; DNF. Simon Längenfelder (KTM);
MX2 – Overall:
1. Guillem Farres (Triumph) 47pts; 2. Camden McLellan (Triumph) 40pts; 3. Karlis Alberts Reisulis (Yamaha) 38pts; 5. Liam Everts (Husqvarna) 34pts; 7. Sacha Coenen (KTM) 28pts; 13. Simon Längenfelder (KTM) 16pts;
MX2 – Standings:1. Guillem Farres (Triumph) 618pts;2. Sacha Coenen (KTM) 585pts; 3. Camden McLellan (Triumph) 548pts; 4. Simon Längenfelder (KTM) 547pts;5. Liam Everts (Husqvarna) 520pts;
Text/Bild: Husqvarna/fullspectrum.media / Bavo Swijgers / Nestaan Husqvarna Factory Racing 2026