Die Ausgabe 2026 der FIM Junior-Motocross-Weltmeisterschaft ist nun Geschichte, und man wird sich an sie als ein unvergessliches Ereignis erinnern. 260 Fahrer aus 38 Nationen reisten in die wunderschöne tschechische Landschaft nach Jinín, 130 km südlich von Prag, um um die goldenen FIM-Weltmeisterschaftsplaketten und den damit verbundenen Ruhm zu kämpfen.

Die Atmosphäre während der dreitägigen Veranstaltung war etwas ganz Besonderes: Familien aus aller Welt kamen zusammen, um das Motocross-Fest, den Zusammenhalt und die Freundschaft zu feiern, während die Vorfreude auf die beiden entscheidenden Meisterschaftsrennen von Minute zu Minute stieg.

Die Weltmeisterschaft wurde durch eine offizielle Eröffnungszeremonie eingeläutet, an der Funktionäre der FIM und des Veranstalters teilnahmen. Zu den Vertretern, die auf der Bühne begrüßt wurden, gehörten Richard Gironi, CEO des Autoklub der Tschechischen Republik (AČR); Martin Venhoda, Vertreter des gastgebenden Vereins MS Kluky; Rodrigo Castro, FIM-Delegierter; Marko Saareke, FIM-Renndirektor; Patricia Maskarova, Infront MX Junior General Manager; und Nikos Psimmenos, FIM-Nachhaltigkeitsdelegierter.

Es wurden Reden von Martin Venhoda, Patricia Maskarova, Rodrigo Castro und Richard Gironi gehalten. Während ihrer Ansprache überreichte Maskarova eine Ehrenplakette an Monika und Josef Pekařovci, die Organisatoren von MS Kluky, als Anerkennung für ihre Arbeit bei der Ausrichtung des Events.

Im Rahmen der Zeremonie wurde das Team Spanien zum Gewinner des Ride Green Cup ernannt. Die Auszeichnung wurde ihnen von Nikos Psimmenos, dem FIM-Nachhaltigkeitsdelegierten, als Anerkennung für das unglaubliche Engagement und die Kreativität überreicht, die sie während der gesamten Veranstaltung gezeigt hatten. Ebenfalls auf die Bühne gerufen wurden die zuvor in die engere Wahl gezogenen Nationen Estland, Norwegen, Rumänien, Serbien, die Schweiz, Österreich und Kolumbien.

Besondere Erwähnung fand auch Venezuela nach dem dortigen jüngsten Erdbeben, wobei das Team Tschechien als Zeichen der Unterstützung ein Fahrerlager-Whiteboard in die Höhe hielt.

JMX125

In der 125cc-Klasse präsentierte sich der Österreicher Ricardo Bauer makellos: Er gewann beide Rennen mit einer ruhigen und kalkulierten Fahrweise und sicherte sich den Titel, nachdem er in beiden Läufen von weiter hinten nach vorne fahren musste. Im ersten Rennen übernahm der Spanier Oleguer Riba die frühe Führung und sicherte sich damit den Fox Holeshot Award, während Emil Ziemer auf Platz zwei und Bauer auf Platz drei lagen. Ziemer und Bauer gingen jedoch bald an Riba vorbei, und der Kampf um den ersten Laufsieg und den ersten psychologischen Vorteil in der Meisterschaft begann. Nach anhaltendem Druck gelang Bauer gegen Ende des Rennens schließlich das entscheidende Überholmanöver, um den Sieg einzufahren. Diesen Erfolg bestätigte er im zweiten Lauf eindrucksvoll und krönte sich zum FIM-Weltmeister.

Der französische Fahrer Sleny Goyer startete mit großem Elan in das zweite Rennen und holte sich den Fox Holeshot, wurde aber bald von Bauer von der Spitzenposition verdrängt. Goyer wehrte die Angriffe von Riba ab, konnte sich schließlich absetzen und sicherte sich den zweiten Platz im Rennen sowie in der Weltmeisterschaft. Der dritte Platz im Rennen ging an Bertram Thorius, aber es war Emil Ziemer, der sich trotz eines Sturzes zur Mitte des Rennens wieder aufraffte, den sechsten Platz ins Ziel rettete und sich damit die Bronzemedaille sicherte.

125cc Overall Results:  1. Ricardo Bauer (AUT, KTM), 50 points; 2. Sleny Goyer (FRA, YAM), 38 p.; 3. Emil Ziemer (SUI, KTM), 37 p.; 4. Oleguer Riba (ESP, GAS), 36 p.; 5. David Cracco (ITA, KTM), 36 p.; 6. Bertram Thorius (DEN, FAN), 31 p.; 7. Liam Bruneau (FRA, KTM), 29 p.; 8. Travis Leok (EST, HUS), 22 p.; 9. Eliot Buysschaert (FRA, KTM), 17 p.; 10. Chase Dashiell (USA, KTM), 16 p.;

JMX85

Die 85cc-Klasse wurde vom Australier Blake Bohannon dominiert, der mit einem Doppelsieg echten Stil bewies. Der Yamaha-Fahrer agierte klug und kalkuliert, um sich in beiden Rennen an die Spitze vorzuarbeiten und das Feld bis zur Zielflagge zu kontrollieren. In seinen Interviews nach den Rennen war ihm deutlich anzusehen, wie viel ihm dieser Erfolg bedeutete, und er hat die weite Reise aus Australien definitiv lohnenswert gemacht. Patriks Cirulis (Lettland) begann seine Jagd auf den Weltmeistertitel im ersten Rennen vielversprechend mit dem Fox Holeshot und lieferte sich über weite Strecken des Rennens einen harten Kampf mit Bohannon, bevor er als Zweiter über die Ziellinie fuhr. Martin Cirulis machte mit seinem dritten Platz das Podium im ersten Lauf zu einem echten Familienerlebnis.

Im zweiten Rennen sicherte sich der Franzose Mathys Agullo den Fox Holeshot, wurde jedoch schnell von Patriks Cirulis verdrängt. Bohannon fand sich derweil weiter hinten im Feld wieder als noch im ersten Lauf, machte sich jedoch sofort an die Arbeit nach vorne, um am Ende einen überzeugenden Doppelsieg einzufahren. Cirulis wurde im weiteren Verlauf etwas langsamer, während hinter ihm der Kampf zwischen Chase Brennan (USA) und Tim Lopes (Frankreich) entbrannte. Er fiel schließlich auf den vierten Platz zurück, auf dem er das Rennen auch beendete, was ihm den Vize-Weltmeistertitel einbrachte. Das Duell zwischen Brennan und Lopes zog sich bis zur Zielflagge hin, wobei Brennan den zweiten Platz ins Ziel rettete – das reichte aus, um sich hinter Bohannon und Cirulis die Bronzemedaille für den dritten Platz in der Weltmeisterschaft zu sichern.

85cc Overall Results: 1. Blake Bohannon (AUS, Yamaha), 24:59.010; 2. Chase Brennan (USA, Suzuki), +0:04.329; 3. Tim Lopes (FRA, Husqvarna), +0:05.677; 4. Patriks Cirulis (LAT, Husqvarna), +0:07.147; 5. Harry Dale (GBR, KTM), +0:21.094; 6. Robin Robert Mooses (EST, Husqvarna), +0:27.707; 7. Mathys Agullo (FRA, KTM), +0:32.560; 8. Jayce STOCKER (AUS, KTM), +0:33.930; 9. Theo Kolts (EST, GASGAS), +0:34.769; 10. Simone Proietti (ITA, KTM), +0:35.448

JMX65

Genau wie in den anderen beiden Klassen gab es auch in der 65cc-Klasse einen klaren Sieger, und das war der junge, aufstrebende französische Star Lucas Bos, der ebenfalls eine perfekte Bilanz von 1-1 vorweisen konnte. Bos war schnell, selbstbewusst und aggressiv auf seinem Weg zum Sieg und zur FIM 65cc Junior-Motocross-Weltmeisterschaftskrone. Im ersten Rennen setzte sich der Italiener Daniel Corda früh an die Spitze und sicherte sich den Fox Holeshot, doch der Spanier Adan Quesada zog bald mit einem kraftvollen Manöver vorbei, um die Führung zu übernehmen. Er geriet jedoch schnell unter zunehmenden Druck von Bos, der schließlich sein entscheidendes Manöver setzte, danach nicht mehr zurückblickte und sich den ersten Laufsieg vor Quesada und Corda sicherte.

Der Lette Bruno Geitus flog im zweiten Rennen förmlich vom Start weg und unter dem Fox Holeshot-Schild hindurch, um sich die schwarze Holeshot-Plakette zu sichern, wurde aber bald nach hinten durchgereicht und beendete das Rennen als Achter. In den ersten Runden machte Bos auf seinem Weg an die Spitze und zum Weltmeistertitel keine Gefangenen: Am Ende der ersten Runde drängte er sich auf der Innenseite von Daniel Corda vorbei, wobei der Italiener wegrutschte. Dieser sammelte sich jedoch wieder und startete eine Aufholjagd, die ihn auf Platz fünf brachte. Der Kampf um den Sieg – nicht nur im Rennen, sondern auch um den Titel – spitzte sich danach weiter zu, als sich Quesada und Bos über mehrere Runden ein intensives Duell lieferten, bevor sich der französische Fahrer an die Spitze setzte und mit aller Kraft der Zielflagge und der FIM Junior-Weltmeisterschaft 2026 entgegenschoss. Quesada brachte den zweiten Platz im Rennen und damit auch in der Weltmeisterschaft sicher nach Hause, während Jax Baker sich selbst und Amerika an diesem geschichtsträchtigen Wochenende zum 250. Unabhängigkeitstag am 4. Juli alle Ehre machte: Er beendete das Rennen als Vierter, spiegelte damit seine Leistung aus dem ersten Lauf wider und sicherte sich mit einer 4-4-Bilanz die Bronzemedaille.

65cc Overall Results: 1. Lucas Bos (FRA, KTM), 50 points; 2. Adan Quesada (ESP, GAS), 44 p.; 3. Jax Baker (USA, COB), 36 p.; 4. Daniel Corda (ITA, KTM), 36 p.; 5. Milan Rubeš (CZE, GAS), 25 p.; 6. Hudson Francis (AUS, YAM), 24 p.; 7. Bruno Geitus (LAT, GAS), 23 p.; 8. Bas Verspaandonk (NED, GAS), 22 p.; 9. Yumena Berning (USA, COB), 21 p.; 10. Ryder Madafiglio (AUS, KTM), 21 p.

Das Team Frankreich bestätigte seinen Mannschaftssieg aus dem Jahr 2025 und krönte sich mit insgesamt sieben Punkten erneut zum FIM Junior-Weltmeister im Teambewerb. Damit lagen sie neun Punkte vor dem Team USA auf Platz zwei, während das Team Italien das Podium mit insgesamt 24 Punkten auf dem dritten Rang komplettierte.

Die FIM Junior-Motocross-Weltmeisterschaft 2026 war eine der besten der bisherigen Geschichte, und der Kluky Motocross Club sowie alle an der Organisation der Veranstaltung in Jinín Beteiligten haben sich selbst und dem Motocross-Sport alle Ehre gemacht – genau wie alle Teilnehmer und Familien. Alle freuen sich bereits auf die Ausgabe im Jahr 2027, bei der die zukünftigen Stars von morgen erneut ihr wahres Potenzial unter Beweis stellen können.

Text/Bild: Infront moto