Blauer Himmel, Sonnenschein, eine unglaubliche Atmosphäre und rasant schnelle Rennen! Man würde kaum glauben, dass der MXGP von Südafrika mitten im Winter der Südhalbkugel ausgetragen wurde, als die elfte Runde der FIM Motocross-Weltmeisterschaft 2026 die Rennstrecke von Terra Topia am nördlichen Rand von Johannesburg zum Beben brachte. Südafrikas größte Stadt bot eine atemberaubende Kulisse für den Weltklasse-Rennsport, während die MXGP-Elite auf einer der beliebtesten neuen Strecken der jüngeren Vergangenheit gegeneinander antrat!

Dank hervorragender Streckenpräparation, die dem strahlenden Sonnenschein und einer leichten Brise – welche die Strecke auszutrocknen drohten – entgegenwirkte, präsentierte sich der Veranstaltungsort in perfektem Zustand. Er war voller Fans, die dem Ende der 18-jährigen Wartezeit des Landes auf einen Motocross Grand Prix entgegenfieberten. Die Rennen übertrafen ihre Erwartungen bei Weitem: Die Fahrer verlangten ihren Maschinen alles ab, um den Leistungsverlust auszugleichen, der durch die Höhenlage von 1.400 m (4.600 Fuß) in dieser Region entsteht.

Nachdem er bei den letzten beiden GPs jeweils den zweiten Gesamtrang belegt hatte, Lucas Coenen ein perfektes Wochenende für sich und das Team Red Bull KTM Factory Racing komplett. Nach hervorragenden Starts setzte er sich jeweils früh an die Spitze und gewann beide Rennen! Jeffrey Herlings tat alles, was er konnte, um den talentierten Teenager einzuholen, und war in beiden Rennen nicht weit entfernt – was ihm den zweiten Gesamtrang für Honda HRC Petronas einbrachte. Romain Febvre sicherte sich zwei dritte Plätze und belegte damit auch in der Gesamtwertung diesen Rang. Sie bilden zudem die Top 3 der Weltmeisterschaft, bevor es nun in eine einwöchige Pause geht.

In der MX2-Weltmeisterschaft rückt die Spitze immer enger zusammen, da Triumph Racing Factory Team-Fahrer Guillem Farres am zweiten Wochenende in Folge einen perfekten Sonntag feierte! Der amtierende Weltmeister Simon Längenfelder von Red Bull KTM Factory Racing beendete seine Durststrecke auf dem Podium mit einem soliden zweiten Gesamtrang und festigte damit seinen dritten Platz in der Weltmeisterschaft. Derweil fuhr Star-Rookie Janis Reisulis mit dem dritten Gesamtrang für Monster Energy Yamaha Factory MX2 sein zweites Podiumsergebnis in Folge ein.

Da auch die südafrikanischen Fahrer Calvin Vlaanderen für das Red Bull Ducati Factory MXGP Team und Camden McLellan für das Triumph Racing Factory Team Top-5-Platzierungen erreichten, gingen die Zuschauer nach dem ersten MXGP-Event im Land seit 18 Jahren überglücklich nach Hause! Angesichts des nahezu universellen Lobs für die Strecke und die Anlagen sieht die Zukunft für den MXGP in Südafrika glänzend aus!

MXGP

Ein später Vorstoß des Fahrers mit der Startnummer 1, Romain Febvre, reichte aus, um die Zeitenliste im morgendlichen Warm-up anzuführen – nur eine Zehntelsekunde vor Tim Gajser auf der Monster Energy Yamaha Factory MXGP und einem weiteren späten Versuch von Jeffrey Herlings auf Platz drei.

Direkt nach der ersten Kurve setzte sich jedoch Lucas Coenen mit seinem siebten Fox Holeshot Award der Saison 2026 ab, dicht gefolgt von Tom Vialle (Honda HRC Petronas), der direkt an seinem Hinterrad klebte und vor Febvre lag. Herlings war etwa als Sechster in die erste Kurve gegangen, konnte sich aber schnell auf den vierten Platz vorkämpfen, indem er außen sowohl an Pauls Jonass (auf der zweiten Maschine des Kawasaki Racing Teams MXGP) als auch an Monster Energy Yamaha Factory MXGP-Teamfahrer Maxime Renaux vorbeizog!

In der ersten vollen Runde flog „The Bullet“ in einer schnellen Rhythmus-Sektion an Febvre vorbei und zog in der nächsten Kurve auf der Innenbahn auch an Vialle vorbei auf den zweiten Platz! Es war eine Runde, die an seine Leistung in Portugal erinnerte, und es sah ganz danach aus, als stünde uns erneut ein Duell zwischen Coenen und Herlings bevor!

Hinter ihnen hatte sich Jonass gut auf dem fünften Platz eingerichtet, aber Renaux musste sich mit den Angriffen seines Teamkollegen Gajser auseinandersetzen, der mal in die eine, mal in die andere Richtung lenkte, um an dem Franzosen vorbeizukommen! Die dritte Honda HRC Petronas von Ruben Fernandez hielt den achten Platz vor Calvin Vlaanderen und Andrea Adamo von Red Bull KTM Factory Racing.

Coenen baute seinen Vorsprung mit einer Reihe schneller Runden kontinuierlich aus, während Vialle, der von Febvre im Kampf um Platz drei unter Druck gesetzt wurde, in einer Links-Rechts-Kurvenkombination schwer stürzte und das Rennen mit einem beschädigten Motorrad aufgeben musste! Alle rückten eine Position nach vorn, aber die schnelle Strecke erwies sich als schwierig für Überholmanöver. Gajser fand keinen Weg an seinem Teamkollegen Renaux vorbei, sodass die Monster Energy Yamaha-Piloten trotz eines späten Schlussspurts des Slowenen die Plätze fünf und sechs belegten. Fernandez wurde Siebter vor dem Lokalmatador Vlaanderen, während Adamo als Neunter vor Oriol Oliver auf der Gabriel SS24 KTM ins Ziel kam.

An der Spitze kochte die Stimmung auf, als Herlings bis auf zwei Sekunden an Coenen herankam und in Runde 13 die Acerbis Fastest Lap (schnellste Rennrunde) fuhr. In Runde 14 gab er bei einer rutschigen Landung nach einem Sprung jedoch etwas zu früh Gas und rutschte weg! Er konnte seine Maschine schnell genug wieder aufrichten, um den zweiten Platz zu behaupten, aber Coenen konnte den Rennsieg von da an entspannt nach Hause fahren. Das Kawasaki-Werkstrio Febvre und Jonass belegte hinter Herlings die Plätze drei und vier. Für den Letten war dies das beste Sonntagsrennen für das Kawasaki-Werksteam seit über einem Kalenderjahr.

Obwohl Coenen im zweiten Rennen beim Fox Holeshot Award haarscharf von Vialle geschlagen wurde, war er sofort wieder ganz vorne mit dabei, während Adamo vor Febvre und dem lautstark umjubelten Vlaanderen als Dritter in die zweite Kurve ging! Herlings musste sich erneut von Platz acht nach vorne kämpfen, während Coenen am tiefsten Punkt der Strecke an Vialle vorbeizog, um die Führung zu übernehmen. Adamo war auf den siebten Platz zurückgefallen, während Herlings sich vor Vlaanderen und Gajser auf Rang vier vorkämpfte. Jonass, Fernandez und Oliver komplettierten am Ende der ersten vollen Runde die Top Ten.

Coenen zog erneut auf und davon, während Febvre und Herlings zu Vialle aufschlossen. In Runde fünf änderte sich zwischen dem Trio – das zusammen stolze neun Weltmeistertitel auf die Waage bringt – alles!

Febvre stach auf der Innenseite seines französischen Landsmanns in genau der Kurve hinein, in der Coenen ihn zuvor überholt hatte, und Herlings nutzte das Durcheinander, um in der darauffolgenden Kurve auf der Innenbahn an seinem Teamkollegen vorbeizuziehen! Eine Runde später zog Fernandez in einer 90-Grad-Linkskurve auf die Innenseite von Jonass. Es kam zum Kontakt mit dem Letten, der dadurch in einer Spurrille zu Fall kam und alle Hoffnungen auf die Top 5 in der Gesamtwertung begraben musste! Er rappelte sich wieder auf, beendete das Rennen als 13. und rettete damit den neunten Gesamtrang vor Oliver. Durch dieses Manöver rückte Renaux im zweiten Rennen auf Platz zehn vor, den er schließlich hinter dem spanischen Duo Fernandez und Oliver auch ins Ziel brachte.

Erst in Runde 11 schaffte es Herlings, dicht an Febvre heranzukommen. Das erfahrene Duo hatte mittlerweile zum Führenden Coenen aufgeschlossen, sodass der Niederländer seine Chance nutzte und mit einem überraschenden Manöver in jener Kurve am tiefsten Punkt der Strecke den zweiten Platz übernahm! Zwei Runden später folgte das lautstärkst gefeierte Überholmanöver des Tages: Vlaanderen jagte seine Ducati am Ende der Start-Ziel-Geraden außen an Vialle vorbei und versetzte die Fans in Ekstase! Gajser fand eine Runde später ebenfalls einen Weg an dem sichtlich ermüdenden Franzosen vorbei, womit die Positionen bezogen waren. Vlaanderen stellte mit Platz vier sein bestes Rennergebnis des Jahres ein und sicherte sich damit auch sein bestes Gesamtergebnis des Jahres auf Platz vier! Gajsers fünfter Platz reichte für denselben Rang in der Gesamtwertung vor Fernandez und Renaux, während Adamos siebter Platz im zweiten Rennen für den achten Gesamtrang genügte.

Herlings kam noch einmal nah an Coenen heran, aber der Belgier legte noch einmal nach, um das perfekte Wochenende perfekt zu machen. Mit seinem 50. Laufsieg feierte er den 21. Grand-Prix-Sieg seiner Karriere! Herlings‘ zweiter Gesamtrang schraubt seine Karriere-Podiumsbilanz über die der Legende Stefan Everts hinaus, sodass in dieser ewigen Bestenliste nur noch Antonio Cairoli vor ihm liegt. Febvre wurde zum zweiten Mal in Folge Gesamtdritter.

Damit geht Lucas Coenen mit einem Vorsprung von 68 Punkten in der Weltmeisterschaft in das rennfreie Wochenende, das er für Renneinsätze in den USA nutzen wird, bevor er für den Monster Energy MXGP von Großbritannien auf der modernisierten Traditionsstrecke von Foxhills zurückkehrt! Das verspricht ein absoluter Knaller zu werden!

Lucas Coenen: „Auf solchen Strecken macht das Fahren richtig Spaß, aber der Start ist der Schlüssel. Wenn man den Holeshot holt, ist man fast schon auf der sicheren Seite. Ich musste trotzdem kämpfen, um den Vorsprung ein wenig zu halten, aber insgesamt habe ich alle drei Rennen gewonnen, also bin ich glücklich damit. Wenn Jeffrey kommt, hört man ihn kommen. Es war gut: Als ich ihn hörte, war ich wieder in der Realität und wusste, dass er Druck machen würde. Gestern mit Romain saß er mir von Anfang bis Ende im Nacken, und heute mit Jeffrey konnte ich einen kleinen Vorsprung herausfahren, und dann kam er wieder ran. Insgesamt ein ordentliches Wochenende.“

Jeffrey Herlings: „Wenn ich zwei Holeshots geholt hätte und er [L. Coenen] zweimal von P5 gekommen wäre, hätten wir das umgekehrte Ergebnis gehabt, denn unser Speed war mehr oder weniger gleich. Seine Starts waren einfach das ganze Wochenende über besser. [Zum Sturz in Rennen 1] Ich bin gelandet, das Heck ist einfach weggerutscht und ich hatte quasi einen Highsider, dann ist es einfach dahingeglitten. Das war mein Glück, dass es nicht zum vollen Highsider kam. Im zweiten Rennen hatte ich dann direkt nach dem Überholen von Romain eine richtig brenzlige Situation – ich habe das Motorrad im Sprung so extrem flachgelegt (gescrubbt), dass ich meinen Fuß wieder auf dem Boden hatte. Ich habe Jesus kommen sehen, Mann. Wie ich das abgefangen habe, weiß ich wirklich nicht, aber ich habe es ohne Sturz geschafft.“

Romain Febvre: „Ich habe mich das ganze Wochenende über ziemlich gut gefühlt, mein Speed war da, meine Starts auch. Man stellt die Dinge nicht innerhalb einer Woche völlig auf den Kopf. Letzte Woche waren sie viel schneller als wir; diese Woche konnte ich mithalten, selbst im zweiten Rennen bin ich vielleicht 20 Minuten lang an Jeffrey drangeblieben. Schritt für Schritt komme ich ans Ziel. In den letzten Wochen habe ich an der Geschwindigkeit über ein, zwei oder drei Runden gearbeitet, weil ich das Gefühl hatte, dass ich das Tempo im Rennen zwar halten konnte, aber der absolute Speed fehlte. Und der Start ist immer entscheidend: Wenn du heute als Zehnter startest, hast du keine Chance, noch auf Platz drei vorzufahren.“

MXGP – Grand Prix Race 1 – Top 10 Classification: 1. Lucas Coenen (BEL, KTM), 34:20.060; 2. Jeffrey Herlings (NED, Honda), +0:04.641; 3. Romain Febvre (FRA, Kawasaki), +0:16.549; 4. Pauls Jonass (LAT, Kawasaki), +0:33.768; 5. Maxime Renaux (FRA, Yamaha), +0:37.832; 6. Tim Gajser (SLO, Yamaha), +0:40.246; 7. Ruben Fernandez (ESP, Honda), +0:44.525; 8. Calvin Vlaanderen (NED, Ducati), +0:50.171; 9. Andrea Adamo (ITA, KTM), +1:09.455; 10. Oriol Oliver (ESP, KTM), +1:10.640

MXGP – Grand Prix Race 2 – Top 10 Classification: 1. Lucas Coenen (BEL, KTM), 34:27.909; 2. Jeffrey Herlings (NED, Honda), +0:02.167; 3. Romain Febvre (FRA, Kawasaki), +0:33.299; 4. Calvin Vlaanderen (NED, Ducati), +0:40.773; 5. Tim Gajser (SLO, Yamaha), +0:42.871; 6. Tom Vialle (FRA, Honda), +0:46.492; 7. Andrea Adamo (ITA, KTM), +0:48.034; 8. Ruben Fernandez (ESP, Honda), +1:04.189; 9. Oriol Oliver (ESP, KTM), +1:09.202; 10. Maxime Renaux (FRA, Yamaha), +1:21.893

MXGP Overall – Top 10 Classification: 1. Lucas Coenen (BEL, KTM), 50 points; 2. Jeffrey Herlings (NED, HON), 44 p.; 3. Romain Febvre (FRA, KAW), 40 p.; 4. Calvin Vlaanderen (NED, DUC), 31 p.; 5. Tim Gajser (SLO, YAM), 31 p.; 6. Ruben Fernandez (ESP, HON), 27 p.; 7. Maxime Renaux (FRA, YAM), 27 p.; 8. Andrea Adamo (ITA, KTM), 26 p.; 9. Pauls Jonass (LAT, KAW), 26 p.; 10. Oriol Oliver (ESP, KTM), 23 p.;

MXGP – World Championship – Top 10 Classification: 1. Lucas Coenen (BEL, KTM), 566 points; 2. Jeffrey Herlings (NED, HON), 498 p.; 3. Romain Febvre (FRA, KAW), 443 p.; 4. Tim Gajser (SLO, YAM), 404 p.; 5. Maxime Renaux (FRA, YAM), 364 p.; 6. Andrea Adamo (ITA, KTM), 343 p.; 7. Ruben Fernandez (ESP, HON), 332 p.; 8. Tom Vialle (FRA, HON), 287 p.; 9. Kay de Wolf (NED, HUS), 273 p.; 10. Pauls Jonass (LAT, KAW), 268 p

MXGP – Manufacturers Classification: 1. KTM, 586 points; 2. Honda, 583 p.; 3. Yamaha, 487 p.; 4. Kawasaki, 468 p.; 5. Husqvarna, 297 p.; 6. Ducati, 251 p.; 7. Fantic, 225 p.; 8. Beta, 90 p.; 9. Triumph, 70 p.; 10. GASGAS, 4 p.

MX2

Die Abstände unter den MX2-Piloten im morgendlichen Warm-up waren denkbar knapp. Sacha Coenen ließ die Enttäuschung vom Vortag hinter sich und fuhr für Red Bull KTM Factory Racing die Bestzeit – weniger als eine Zehntelsekunde vor Janis Reisulis. Nur eine halbe Sekunde dahinter belegte Maxime Grau auf der Maddii Racing Honda ABF Italia den dritten Platz, nachdem er gestern sein bestes Qualifying-Rennen der Karriere abgeliefert hatte!

Der amtierende Weltmeister Simon Längenfelder, beflügelt von seinem Sieg im gestrigen Quali-Rennen, sicherte sich den Fox Holeshot Award mit einem minimalen Vorsprung vor Coenen. Farres präsentierte sich als starker Dritter direkt vor Jens Walvoort auf der SB Racing KTM! Janis Reisulis lag auf Rang fünf vor seinem Bruder Karlis und dem Lokalmatador aus Johannesburg, Camden McLellan. Liam Everts belegte für Nestaan Husqvarna Factory Racing den achten Platz, während Kay Karssemakers (Dixon Racing Team Kawasaki) und Julius Mikula (Osička KTM) die Top Ten komplettierten.

Farres hatte keine Lust, Zeit zu verlieren, und zeigte am Ausgang der dritten Kurve ein sensationelles Überholmanöver, mit dem er gleich beide Red Bull KTMs auf einmal stehen ließ! Das Spitzentrio lag kurzzeitig komplett Rad an Rad, wobei Coenen nach dem nächsten Sprung unsanft landete und fast mit Längenfelder kollidiert wäre! Ein paar Kurven später schnappte er sich jedoch den zweiten Platz, und die Jagd zwischen dem WM-Führenden und seinem engsten Verfolger an der Spitze war eröffnet.

Janis Reisulis zog noch in der ersten Runde an Walvoort vorbei, und McLellan, der zuvor Karlis Reisulis überholt hatte, tat es ihm eine Runde später gleich, um sich Platz fünf zu schnappen. Von da an war Everts der einzige Fahrer, der nennenswerte Fortschritte machen konnte. Er brauchte allerdings bis zur zehnten Runde, um Walvoort auf der Außenbahn den sechsten Platz abzunehmen.

Coenen blieb dran, aber Farres hatte alles unter Kontrolle, obwohl der Vorsprung beim Überkreuzen der Ziellinie nur 1,2 Sekunden betrug. Längenfelder folgte mit dem gleichen Abstand hinter Coenen, während McLellan im Kampf um Platz fünf hinter Janis Reisulis fast noch von Everts abgefangen worden wäre. Karlis Reisulis behielt im Duell gegen Walvoort die Oberhand und übernahm zwei Runden vor Schluss den siebten Platz, während Mikula und Grau an Karssemakers vorbeizogen und die Plätze neun und zehn belegten.

Die Red Bull KTMs kamen auch im zweiten Rennen extrem gut aus dem Startgatter und bogen nebeneinander in Kurve eins ein! Coenen war außen und zog den Kürzeren, da er von der Strecke gedrängt wurde – der amtierende Champion ließ ihm schlicht keine andere Wahl! Farres nutzte die Gunst der Stunde, um sich den Fox Holeshot Award zu sichern. Das waren schlechte Nachrichten für die Konkurrenz, denn der formstarke Spanier nutzte die freie Bahn, um an der Spitze auf und davon zu fahren!

Coenen hatte sich zwar auf dem sechsten Platz wieder eingereiht, stürzte dann aber in der letzten Kurve der ersten vollen Runde schwer. In seinem Team brach leichte Panik aus, als das Motorrad in den folgenden Kurven dramatisch zu dampfen begann! Unterdessen hatte sich Janis Reisulis hinter Längenfelder und vor seinem Bruder Karlis auf Rang drei etabliert, während Everts einen besseren Start erwischte und sich in den Top Five festsetzte.

Der Belgier zog bald am Letten vorbei, und kurz darauf stach der heranstürmende McLellan in der letzten Kurve von Runde drei innen an der Yamaha vorbei. Währenddessen startete Coenen eine Aufholjagd und kämpfte sich bis zur Zielflagge auf den sechsten Platz vor Karlis Reisulis nach vorn. Grau gewann das teaminterne Honda-Duell gegen den Honda HRC Petronas-Fahrer Valerio Lata und sicherte sich den achten Platz vor dem Italiener und dessen Landsmann Ferruccio Zanchi auf der Beddini Racing Factory Ducati.

Während Farres und Längenfelder an der Spitze einsam ihre Kreise zogen, entbrannte dahinter ein wahrer Schlagabtausch um den dritten Platz, der auch über den letzten Podiumsplatz in der Gesamtwertung entscheiden sollte! McLellan, angepeitscht vom Heimpublikum, kämpfte sich in Runde zehn an Janis Reisulis vorbei, und auch Everts war in Schlagdistanz. Coenens Manöver gegen Reisulis hatte ihn zwischenzeitlich auf einen Podestplatz gebracht, doch dann konterte Janis, ging im Waschbrett wieder an McLellan vorbei und brannte in der vorletzten Runde seine persönlich schnellste Rennrunde in den Boden. Damit machte er den Sack zu und feierte nur eine Woche nach seinem allerersten Podium das zweite Top-3-Ergebnis in Folge!

Coenen musste sich mit dem vierten Gesamtrang vor McLellan zufriedengeben. Everts wurde Sechster, Karlis Reisulis Siebter, während Grau, Walvoort und Lata die Top Ten komplettierten. Für Längenfelder war der zweite Platz das beste Sonntagsresultat seit April auf Sardinien und gleichzeitig sein erstes Podium seit jenem Wochenende. Farres jedoch war auf der Strecke von Terra Topia unschlagbar und fuhr einen souveränen Sieg mit fast fünf Sekunden Vorsprung heraus – sein neunter Laufsieg der Saison. Damit liegt er vor der einwöchigen Pause nur noch 14 Punkte hinter Coenen!

Während der eine Coenen-Bruder in der MXGP-Weltmeisterschaft in einer glänzenden Ausgangsposition ist, wird sein Bruder in der MX2 dicht von Farres bedrängt. Angesichts der dramatischen Hänge von Foxhills, die als Nächstes anstehen, könnte der Titelkampf in Großbritannien seinen Siedepunkt erreichen! Das rennfreie Wochenende kann gar nicht schnell genug vergehen, während wir uns auf die zwölfte Runde vorbereiten, der die nächsten beiden direkt auf dem Fuße folgen! Seien Sie auf jeden Fall dabei, wenn die fantastische FIM Motocross-Weltmeisterschaft 2026 weitergeht!

Guillem Farres: „Meine Mentalität ist es einfach, von Rennen zu Rennen zu denken. Es war dieselbe Geschichte wie in Portugal: Ich habe mein Motorrad eigentlich gar nicht angerührt, bin bei meinem Basis-Setup geblieben und habe mich nur auf mich selbst und mein Fahren konzentriert. Wir sind eine tolle Truppe, und es ist schön, an ein Rennwochenende zu kommen – es fühlt sich nicht wie Arbeit an. Es fühlt sich eher so an, als ich ein 10 oder 12 Jahre altes Kind war und mit meinem Vater zu den Rennen gefahren bin. Es ist schön, wenn man führt: Deine Brille wird nicht schmutzig, dein Motorrad wird nicht schmutzig und du kannst dein eigenes Tempo fahren. Ich denke, das ist eine meiner Stärken: Ich kann das ganze Rennen über jemanden im Nacken haben und werde überhaupt nicht nervös.“

Simon Längenfelder: „Wir haben ein paar Änderungen vorgenommen und ein paar neue Leute im Team [Marc de Reuver als Coach]. Das hat geholfen, die Intensität und das Feuer zurückzubringen, mit denen ich in den letzten Rennen zu kämpfen hatte – besonders im zweiten Lauf. Es war wieder da, deshalb bin ich super glücklich über den Sieg im Qualirennen, über drei wirklich gute Starts und über dieses Wochenende allgemein. Du musst zu den Rennen kommen und mit den Leuten um dich herum beste Freunde sein, perfekt zusammenarbeiten, wo jeder Vollgas gibt und nur das Beste für den anderen will. Das ist einfach so wichtig, und er ist ein großartiger Typ im Team.“

Janis Reisulis: „Die Intensität an diesem Wochenende hat absolut gestimmt, besonders am Ende von Lauf 2, da ich wusste, dass ich Camden für das Podium wieder überholen musste. Er ist einer der stärksten Fahrer in der MX2-Klasse, also bin ich einfach mit der Einstellung reingegangen: Entweder ich komme vorbei oder ich stürze – und es hat geklappt. Ich denke, ich finde mich langsam in dieser Klasse zurecht und fühle mich in letzter Zeit sehr ruhig. Selbst wenn mir im Rennen jemand im Nacken sitzt, bleibe ich locker und wehre mich, so gut ich kann. Ich denke, das ist ein großer Schritt in die richtige Richtung für mich.“

MX2 – Grand Prix Race 1 – Top 10 Classification: 1. Guillem Farres (ESP, Triumph), 35:02.592; 2. Sacha Coenen (BEL, KTM), +0:01.208; 3. Simon Längenfelder (GER, KTM), +0:02.451; 4. Janis Martins Reisulis (LAT, Yamaha), +0:20.794; 5. Camden Mc Lellan (RSA, Triumph), +0:25.238; 6. Liam Everts (BEL, Husqvarna), +0:25.922; 7. Karlis Alberts Reisulis (LAT, Yamaha), +0:45.086; 8. Jens Walvoort (NED, KTM), +0:46.263; 9. Julius Mikula (CZE, KTM), +0:56.226; 10. Maxime Grau (FRA, Honda), +1:01.333;

MX2 – Grand Prix Race 2 – Top 10 Classification: 1. Guillem Farres (ESP, Triumph), 35:26.970; 2. Simon Längenfelder (GER, KTM), +0:04.847; 3. Janis Martins Reisulis (LAT, Yamaha), +0:07.823; 4. Camden Mc Lellan (RSA, Triumph), +0:09.533; 5. Liam Everts (BEL, Husqvarna), +0:10.477; 6. Sacha Coenen (BEL, KTM), +0:29.365; 7. Karlis Alberts Reisulis (LAT, Yamaha), +0:39.355; 8. Maxime Grau (FRA, Honda), +0:45.505; 9. Valerio Lata (ITA, Honda), +0:51.633; 10. Ferruccio Zanchi (ITA, Ducati), +0:54.413

MX2 Overall – Top 10 Classification: 1. Guillem Farres (ESP, TRI), 50 points; 2. Simon Längenfelder (GER, KTM), 42 p.; 3. Janis Martins Reisulis (LAT, YAM), 38 p.; 4. Sacha Coenen (BEL, KTM), 37 p.; 5. Camden Mc Lellan (RSA, TRI), 34 p.; 6. Liam Everts (BEL, HUS), 31 p.; 7. Karlis Alberts Reisulis (LAT, YAM), 28 p.; 8. Maxime Grau (FRA, HON), 24 p.; 9. Jens Walvoort (NED, KTM), 22 p.; 10. Valerio Lata (ITA, HON), 21 p.

MX2 – World Championship Classification: 1. Sacha Coenen (BEL, KTM), 518 points; 2. Guillem Farres (ESP, TRI), 504 p.; 3. Simon Längenfelder (GER, KTM), 467 p.; 4. Camden Mc Lellan (RSA, TRI), 455 p.; 5. Liam Everts (BEL, HUS), 433 p.; 6. Janis Martins Reisulis (LAT, YAM), 400 p.; 7. Mathis Valin (FRA, KAW), 352 p.; 8. Karlis Alberts Reisulis (LAT, YAM), 307 p.; 9. Valerio Lata (ITA, HON), 278 p.; 10. Kay Karssemakers (NED, KAW), 225 p.

MX2 – Manufacturers Classification: 1. KTM, 593 points; 2. Triumph, 585 p.; 3. Husqvarna, 433 p.; 4. Yamaha, 429 p.; 5. Kawasaki, 420 p.; 6. Honda, 325 p.; 7. Ducati, 133 p.; 8. TM, 87 p.; 9. GASGAS, 50 p.; 10. Fantic, 8 p.

Text/Bild: Infront moto