Nur noch zwei Runden und vier Wertungstage trennen das Feld im Kampf um die Krone der Hertz FIM Trial-Weltmeisterschaft 2026 in der Klasse Trial2. Während die Anspannung ihren Höhepunkt erreicht, bleibt einer der Hauptanwärter auf den Titel ganz gelassen.

Der Spanier Arnau Farré (Sherco) drehte gegen Ende der Saison 2025 zwar mächtig auf, griff jedoch zu spät in den Titelkampf ein. Trotz eines Doppelsiegs beim Saisonfinale musste er sich am Ende mit der Bronzemedaille zufriedengeben. In diesem Jahr sieht die Ausgangslage anders aus: Vor den verbleibenden beiden Runden – an diesem kommenden Wochenende (4.–6. September) im niederländischen Zelhem und vom 18.–20. September im spanischen Pobladura de las Regueras – liegt er mit zehn Punkten Vorsprung auf der Pole-Position und hat beste Chancen auf Gold.

„Ja, die Anspannung ist sehr hoch“, gab er zu. „Ich versuche, mich auf mich selbst zu konzentrieren und nicht auf die anderen. Ich weiß, dass ich vorne dabei bin, wenn ich ein gutes Rennen fahre, und dass wir alle mal Fehler machen. Deshalb versuche ich, die Sektionen genau zu analysieren und mich voll auf mein Rennen und meinen Fahrstil zu fokussieren. Nach den beiden Siegen zum Abschluss der Saison 2025 fühlt man sich im Inneren natürlich wie ein Titelanwärter, aber ich sehe das nicht als Druck. Mir ist bewusst, dass es sehr gute Fahrer gibt und dass dies eine extrem umkämpfte Kategorie ist.“

Wie bei so vielen seiner Fahrerkollegen fand der 28-jährige Katalane über die Familie zum Trialsport, als er zu seinem sechsten Geburtstag eine Beta 50cc mit Automatikgetriebe geschenkt bekam.

„Sie hielten es für die ungefährlichste Form des Motorradsports. Mein Vater meldete mich für Kurse an, damit ich lernen konnte, und dort lernten wir weitere Leute aus der Trial-Welt kennen. So hat alles angefangen.“

Farrés Weg in der Trial2 begann 2014. Drei Jahre später – nachdem er sich bis auf den vierten Gesamtrang vorgearbeitet hatte – entschied er sich für den Aufstieg in die Königsklasse TrialGP. Dort beendete er die Saison auf dem zwölften Platz, mit einem achten Rang in Andorra als bestem Einzelergebnis.

„Ich habe sehr gute Erinnerungen an dieses Jahr. Ich bin das gesamte Jahr für den spanischen Verband angetreten, wir hatten eine tolle Zeit und konnten gute Ergebnisse einfahren, weshalb 2018 sehr vielversprechend aussah. Ich hatte gerade die FIM-Europameisterschaft 2017 gewonnen und kurz zuvor einen Vertrag unterzeichnet, der mir alle Ressourcen bot, um auf höchstem Niveau zu fahren. Leider erlitt ich dann eine schwere Verletzung und fiel acht Monate lang aus.“

Text/Bild: Trial GP/Future7Media