Die Klassenstruktur der Hertz FIM Trial-Weltmeisterschaft dient nicht einfach nur dazu, das Fahrerfeld nach Alter, Können und Hubraum aufzuteilen. Sie ist eine sorgfältig durchdachte Karriereleiter, die einen kontinuierlichen Aufstieg von der Trial3-Junior-Klasse über die Trial2 bis hin zur Elite-Kategorie TrialGP gewährleisten soll.

Einer, der dies besser weiß als die meisten anderen, ist der 20-jährige Harry Hemingway (Beta). Der talentierte britische Star war 2022 Trial3-Junior-Meister, im vergangenen Jahr Trial2-Champion und stieg in dieser Saison in die Königsklasse auf. Auch wenn er in diesem Jahr bisher ein Wechselbad der Gefühle erlebte, ist er der Beweis dafür, dass ein ehrgeiziger Fahrer mit den richtigen Fähigkeiten – und genug Motivation für die nötige harte Arbeit – den Sprung in die absolute Weltspitze des Sports schaffen kann.

Hemingway folgt damit einem Pfad, den vor ihm bereits Jaime Busto und Jack Peace eingeschlagen haben. Auch wenn sein aktueller siebter Tabellenplatz in einer Klasse, in der schon ein einziger Konzentrationsfehler den Unterschied zwischen einem Podiumsplatz und dem hinteren Ende des Feldes ausmachen kann, nicht die ganze Geschichte erzählt, fühlt er sich durch den intensiven Wettbewerb in der Trial3-Junior und Trial2 bestens für seine erste Saison als Elite-Fahrer gerüstet.

Harry Hemingway „In der Trial2 geht es genauso eng zu, wenn nicht sogar noch enger. In diesem Jahr können dich zwei oder drei Strafpunkte direkt fünf oder sechs Plätze kosten. Aber das scheint im Grunde in allen Klassen so zu sein. Der Unterschied ist nur, dass im TrialGP die Sektionen schwieriger sind und man einfach noch ein bisschen mehr in Bestform sein muss.

Die Trial2 hat mich massiv auf den TrialGP vorbereitet, und die Trial3 hat mich auf die Trial2 vorbereitet. Diese Klassenstruktur und Karriereleiter funktioniert also wirklich. Es ist der perfekte Schritt von einer Klasse zur nächsten. Die größte Umstellung war für mich der Wechsel vom 125-ccm-Bike in der Trial3 auf das große Motorrad und die schwierigeren Sektionen in der Trial2, aber selbst das war absolut machbar. Der Schritt von der Trial2 zum TrialGP war jetzt ähnlich fließend – die Sektionen werden einfach ein bisschen länger und haben ein paar zusätzliche Stufen, es ist also definitiv kein utopischer Sprung nach oben.“

Ein neues Reglement, das in diesem Jahr eingeführt wurde, um den Übergang zwischen den Top-Klassen des Sports zu erleichtern, sieht vor, dass sich die beiden höchsten Herren-Kategorien 50 Prozent der Sektionen teilen. Hemingway ist der Meinung, dass dies seinen Aufstieg noch reibungsloser gemacht hat.

Harry Hemingway „Mittlerweile gibt es sechs Sektionen, die sich TrialGP und Trial2 teilen. Um ehrlich zu sein, war der Schritt nach oben dadurch nicht riesig. Zu Beginn des Jahres lief es bei mir zwar nicht optimal, aber ich hatte ein paar gute Ergebnisse – in Japan wurde ich in einem Lauf Vierter. Danach haben mich nur ein paar kleine Fehler um die Podestplätze gebracht, es war also definitiv kein Desaster.

Für den Rest der Saison will ich fest die Podiumsplätze angreifen. Ich war nicht meilenweit davon entfernt, das Podium ist also absolut in Reichweite. Ich will einfach sehen, wie weit nach oben ich es schaffe, und weiter versuchen, Toni Bou vom Thron zu stoßen, wenn ich kann – auch wenn das im Moment verdammt schwierig ist.

Es fühlt sich einfach großartig an, im TrialGP zu fahren. Seit ich ein Kind war und mir die WM-Läufe als Zuschauer angesehen habe, war es immer mein Ziel, im TrialGP zu starten. Beim ersten Lauf in Japan meine eigene zweistellige Startnummer mit dem roten Hintergrund auswählen zu dürfen, war eine große Sache für mich. Es fühlte sich an, als sei genau der richtige Zeitpunkt gekommen.“

Da der nächste Lauf – der TrialGP von Großbritannien vom 24. bis 26. Juli – ihm einen wertvollen Heimvorteil verschafft, ist Hemingways typisches Lächeln so breit wie eh und je.

Harry Hemingway „Ich bin glücklich. Allein schon in der TrialGP-Kategorie zu fahren ist megageil, und dort direkt mitzumischen und um Podestplätze zu kämpfen, ist ein großartiges Gefühl. Ich muss jetzt einfach alles zusammenbringen und abliefern, aber ich genieße das Leben und liebe es einfach.“

Der vierte Lauf der Hertz FIM Trial-Weltmeisterschaft 2026 – der TrialGP von Großbritannien – findet vom 24. bis 26. Juli auf dem Trac Mon Circuit in Anglesey statt.

Text/Bild: Trial GP/Future7Media