Beim 13. Lauf der FIM Motocross-Weltmeisterschaft im tschechischen Loket erlebte Red Bull KTM Factory Racing Pilot Simon Längenfelder ein turbulentes Rennwochenende. Getragen von der Kulisse aus tausenden mitgereisten deutschen Fans, die Längenfelder in jeder einzelnen Runde lautstark anfeuerten, begann das Wochenende vielversprechend: Nach dem Sieg im Qualifikationsrennen am Samstag und Rang fünf im ersten Wertungslauf musste der 22-jährige Deutsche das zweite Rennen nach einem Sturz im Kampf um die Spitzenpositionen jedoch vorzeitig beenden.
Im zweiten Durchgang erwischte Längenfelder einen starken Start und kämpfte an der Spitze um die Positionen. Beim Versuch, an dem Meisterschaftsführenden Guillem Farrés vorbeizukommen und diesen abzublocken, kam es zu einem Fehler und Sturz, bei dem Längenfelder auf den rechten Arm prallte und das Rennen schmerzbedingt in der Boxengasse aufgeben musste.
Das Risiko im zweiten Lauf war im Hinblick auf die Gesamtwertung zwingend erforderlich. Um den Rückstand in der Weltmeisterschaft zu verkürzen, war der Versuch, an Farrés vorbeizukommen, alternativlos. Der Titelkampf in der MX2-Klasse verlangt volle Attacke – Motocross ist ein kompromissloser Sport, bei dem schon ein kleiner Fehler entscheidet.
„Das Positive? Ich hatte drei gute Starts und habe in jedem Lauf gekämpft … aber am Ende hat es nicht ganz gereicht. Der Sieg im Quali-Rennen war ein guter Start ins Wochenende und im Nachhinein das Highlight“, erklärte Simon Längenfelder nach dem Rennen. „Im ersten Lauf habe ich gekämpft, aber ein kleiner Ausrutscher hat mich auf P5 zurückgeworfen. Nicht optimal. Im zweiten Rennen wollte ich unbedingt pushen und war vorne mit dabei. Ich habe versucht, Farrés abzublocken, aber mir ist ein Fehler unterlaufen. Ich war danach etwas zu angeschlagen, um mich für weitere 30 Minuten auf dem Motorrad zu halten. Ich muss jetzt das Rennen abhaken, mich neu fokussieren und in Lommel wieder angreifen.“
Bei noch fünf verbleibenden Weltmeisterschaftsläufen ist die Aufgabe angesichts der aktuellen Form von Farrés extrem schwer, aber rechnerisch weiterhin offen. Das Ziel für den anstehenden Grand Prix im belgischen Lommel bleibt unverändert der Kampf um die vorderen Plätze und den Sieg.
WM-Stand MX2 2026 (nach 13 von 19 Läufen)
- Guillem Farres (ESP), Triumph – 618 Punkte
- Sacha Coenen (BEL), Red Bull KTM Factory Racing – 585 Punkte
- Camden Mc Lellan (RSA), Triumph – 548 Punkte
- Simon Längenfelder (GER), Red Bull KTM Factory Racing – 547 Punkte
- Liam Everts (BEL), Husqvarna – 520 Punkte
Text: Sascha Sücker Bild: Juan Pablo Acevedo